régulation https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=238 Entrées d’index fr 0 Le capitalisme est-il compatible avec les limites écologiques ? https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=231 Antonin Pottier examine, par une analyse conceptuelle, si le capitalisme peut être compatible avec des limites écologiques. Il s’efforce de définir et de clarifier le sens des termes employés, opposant par exemple la notion de limite à celles de frontière. Il montre alors que le capitalisme, entendu comme la logique d’accumulation du capital par des acteurs privés guidés par les perspectives de profit, ne contient pas de mécanisme interne permettant d’éviter le franchissement de frontières écologiques. Au contraire, la dynamique même de recherche du profit pousse à explorer les manières d’externaliser les coûts de production et donc à démultiplier les possibilités de franchir une frontière écologique. Der Artikel untersucht, ob der Kapitalismus mit den ökologischen Grenzen des Planeten vereinbar ist. Er unterscheidet zwei Arten von ökologischen Grenzen: Schranken und Schwellen. Ökologische Schranken sind absolute, unveränderliche Grenzen, etwa die Endlichkeit fossiler Energie oder seltener Rohstoffe, während ökologische Schwellen überschreitbare Grenzen sind, deren Überschreitung irreversible ökologische Kaskadeneffekte auslöst (z. B. Klimawandel, Verlust der Biodiversität). Der Kapitalismus, als ökonomisches System der privaten Initiative und Profitmaximierung, ist vereinbar mit den ökologischen Schranken. Die Verknappung von Ressourcen erzeugt steigende Preise, eröffnet neue Profitchancen, schafft Anreiz zur Substitution: Knappheit ist im Kapitalismus ein Antrieb, kein Hemmnis. Mit den ökologischen Schwellen hingegen ist der Kapitalismus grundlegend unvereinbar. Präventive Selbstbeschränkungen sind notwendig, um zu vermeiden, Schwellen zu überschreiten. Doch da der Kapitalismus auf der privaten Gewinnorientierung beruht, fehlen ihm die kollektiven Mechanismen, um solche Begrenzung durchzusetzen. Selbst wenn Kapitalisten ein Interesse am Einhalten der ökologischen Schwellen hätten, scheitert kollektives Handeln an dem Trittbrettfahrer-Effekt: jeder wird den Weg der maximalen Rentabilität verfolgen, in der Hoffnung, dass die anderen die Kosten tragen. Außerdem werden die Folgen einer Überschreitung der ökologischen Schwellen erst spät sichtbar, und deshalb von der Marktlogik nicht rechtzeitig berücksichtigt. Bis hier wurde der Kapitalismus als reine Logik des privaten Profits verstanden. Man kann sich aber fragen, ob man zum selben Schluss kommt, wenn der Kapitalismus nun als historisch-institutionelles System betrachtet wird. Mit dieser Herangehensweise existiert der Kapitalismus historisch nie „rein“, sondern immer in enger Verflechtung mit dem Staat und anderen gesellschaftlichen Institutionen. Er wird je nach Epoche unterschiedlich reguliert, und deswegen sind seine ökologischen Wirkungen nicht mehr bestimmt, sondern kontextabhängig. Staatliche oder internationale Regulierungen können zwar ökologische Schwellen schützen, die sowohl lokal als auch global sind (z. B. Ozonschicht mit dem Montrealer Protokoll), aber diese Regulierungen scheitern meist bei globalen ökologischen Schwellen wie Klimawandel. Unter den im Artikel dargestellten Erklärungen scheint die Theorie der Verlagerung der Kosten von Karl William Kapp die überzeugendste zu sein. Unternehmen verlagern ökologische und soziale Folgekosten auf die Allgemeinheit, indem sie Verschmutzungskosten nicht selbst tragen. Die staatliche Regulierung reagiert darauf meist zu spät und kann immer nur einzelne Schäden korrigieren, während die kapitalistische Dynamik fortlaufend neue Externalitäten hervorbringt, bis das Regulierungssystem aus verschiedenen Gründen überfordert ist: zu lange Reaktionszeiten, mächtige Koalitionen von Partikularinteressen, schwierige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regulierungsebenen. Der Artikel kommt daher nicht zu dem Schluss, dass der Kapitalismus mit allen Grenzen unvereinbar ist, wohl aber, dass seine innere Dynamik ihn dazu treibt, immer neue ökologische Schwellen zu überschreiten, bis er unweigerlich eine tatsächlich überschreitet. mer., 14 janv. 2026 10:06:47 +0100 mer., 21 janv. 2026 14:18:44 +0100 https://www.ouvroir.fr/apropos/index.php?id=231